Findorffmarkt

 

Dienstag + Donnerstag 8.00 - 13.00 Uhr

Samstag 8.00 - 14.00 Uhr


60 Jahre Findorffer Wochenmarkt

 

In diesen Tagen gilt es,  ein Geburtstagskind zu feiern,

dem man sein Alter nicht ohne weiteres ansieht:

der Findorffer Wochenmarkt wird sechzig Jahre!

 

 
Findorffer Wochenmarkt, 1951

Dieser Ort der Begegnung und des Einkaufs hat sich in den vergangenen sechs Jahrzehnten zu einem Aushängeschild des Stadtteils entwickelt. Die Kunden kommen aus dem gesamten Stadtgebiet und sorgen insbesondere am
Sonnabendvormittag auf der Fläche zwischen Neukirchstraße und Eickedorfer Straße für einen im positiven Sinn zu verstehenden Ausnahmezustand. Dort, wo in früheren Zeiten Torf angelandet wurde – der Torfhafen reichte ja ursprünglich bis zur Hemmstraße -  trotzt man erfolgreich der starken Konkurrenz ortsansässiger SB-Märkte. Man genießt die Atmosphäre zwischen den vielen Ständen mit ihrem weitgefächerten Sortiment. Und was mir besonders wichtig erscheint: man kennt sich. Kunden und Marktbezieher wickeln hier nicht nur Geschäfte ab. Es geht um mehr –  Begegnung und Gespräch,  und damit verbunden kleinteilige, lokale Identität. Gemeinsam mit der Vielfalt und Qualität des Angebots und der Lagegunst in der Nähe des Torfhafens bestimmen diese Faktoren die unvergleichbare Atmosphäre des Wochenmarktes.
 


Findorffer Wochenmarkt,1963
Die Entwicklung des Jubilars vollzog sich jedoch etappenweise – in seinem Gründungsjahr 1948 war die Währungsreform angesagt, und Zeitzeugen wissen, wie problembelastet die Versorgungslage mit Grundnahrungsmitteln in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen ist. Wohl dem, der seinerzeit verwandtschaftliche Verbindungen zur  Landwirtschaft der Bremer Umlandgemeinden hatte und mit dem „Jan Reiners“- Moorexpress auf Hamsterfahrt gehen konnte !

 
 Findorffer Wochenmarkt, 1963 
 
Der Findorffer Wochenmarkt leistete schon in seinen Anfängen einen wesentlichen Beitrag zur Grundversorgung der Bevölkerung – zunächst in einer sehr improvisierten Form und auf einem Untergrund, der vor allem nach Regenfällen von zweifelhaftem Reiz war. Die Pflasterung des Wochenmarktes in den frühen sechziger Jahren – die Beschwerden über seinen Zustand waren bereits medienöffentlich geworden – erwies sich jedoch als ganz wesentliche Maßnahme, um diesen Ort des Handels und Wandels zu verfestigen und seine Attraktivität zu steigern.
 
Auch heute gibt es gelegentlich Überlegungen, wie man den Markt noch ansprechender gestalten  kann. Aber Stadtteilbeirat und Ortsamt sind sich mit dem Großmarkt  einig: es sollte sich immer nur um behutsame, kleine Maßnahmen handeln, die das besondere Flair dieses gut funktionierenden Ortes nicht in Frage stellen, sondern verstärkend wirken.
 
Mit diesen Gedanken möchte ich dem Geburtstagskind und seinen Akteuren sehr herzlich gratulieren – nicht nur als Ortsamtsleiter,
sondern auch als Findorffer „Endverbraucher“.
Alles Gute für mindestens weitere sechzig Jahre !!
 
Hans – Peter Mester
 
 Fotos, Bremer Staatsarchiv  
Gestaltung der html-Seite, Bremer Atelier 
 www.findorffmarkt-bremen.de